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Der Elgersheimer Hof war wie die Vogelsburg altes
Königsgut und am Anfang des 12. Jahrhunderts
in der Hand der Reichsministeralen von Stollberg.
Arnold von Rotenburg übergab das Gut 1178 den
Zisterziensern zu Ebrach.
Die mainfränkische Kulturlandschaft befand sich
zur der Zeit unter klösterlicher Herrschaft der
Zisterzienser-Abtei Ebrach. Das Kloster hatte auch
sonst eigene Höfe in Mainfranken. Sie dienten der
landwirtschaftlichen Produktion, die teils vermarktet und teils als Eigenbedarf für die Zisterz Abtei Ebrach gebraucht wurde. Wegen der Vermarktung befanden sich diese Klosterhöfe immer in der Nähe von Siedlungen, hier war es die Gemeinde Fahr.

Typisch für die damaligen Klosterhöfe ist seine Aufteilung. Herrschaftshaus mit Kirche, Wohnungen für die Landarbeiter und Stallungen. Die Klosterhöfe dienten auch als Quartiere von reisenden und studierenden Konventualen. Unter anderen war auch ein berühmter Gast hier: Walter von der Vogelweide.
Nach den Bauernkriegen und dem 30-jährigen Krieg war der Elgersheimer Hof in einem sehr ruinösen Zustand. Er wurde restauriert und eine Schutzmauer drumherum gezogen. Im überdachten Eingang und an der umgebenden Klostermauer befindet sich das bekannte Wappen Ebrachs aus dem Jahr 1491. Es zeigt einen Engel und vor ihm im Wappen den Eber mit Abtsstab im Maul, rechts den Adler, das Königssymbol und links einen Greif, das Wappentier der Stifter. Inschrift: A de Eberaco 14.

Die männliche Bevölkerung war nach dem 30-jährigen Krieg stark dezimiert. Am 15. Februar 1650 fasste die Fränkische Kreisversammlung den Beschluss, dass für die nächsten Jahre kein Mann unter sechzig in ein Kloster eintreten, die Geistlichen sich verehelichen und jeder Mann zwei Frauen heiraten durfte. Zwischen dem Elgersheimer Hof und der Vogelsburg hatte es einen Geheimgang unter dem Main hindurch gegeben. Ob er zur Flucht bei den häufigen Überfällen in den Kriegen, zum Produktaustausch oder einfach nur zu zwischenmenschlichen Kontakten diente, ist nicht überliefert.

1803 kam die Säkularisation. Der Hof fiel an den bayerischen Staat. Der versteigerte ihm an den Abt Benedikt Mahlmeister. Der Hof sollte sein Alterssitz sein. Der Abt wollte eine Schneise durch den Wald schlagen lassen, damit er die Kirche von Fahr sehen konnte. Das lehnten die Fahrer Bürger ab und vereitelten es. Aus Verärgerung vermachte der Abt 1821 den Elgersheimer Hof an die Stadt Volkach, nicht an Fahr. Außer der Landwirtschaft und dem Weinbau diente der Hof dann als Altersheim für verarmte Volkacher Bürger. Die Volkacher brachten dem Abt zu Ehren nach seinem Ableben eine Gedenktafel mit folgendem Text am Eingang an:
Benedict Mahlmeister, letzter Abt des Klosters Theres, hat den Armen seiner Vaterstadt Volkach als den Haupt-Erben seines Vermögens diesen Hof Elgersheim zum Zufluchts-Orte bestimmd. Ruhe sanft. Menschenfreundlicher Wohltäter!

Als im Jahr 1954 der Großvater als Pächter auf den Hof kam, musste er die 12 Altersheiminsassen mit übernehmen. Diese wurden bis dahin von den "Schwestern des Erlösers" betreut. Ich erinnere mich noch an einen alten Herrn (August Lützelberger), der ständig klassische Musik, vornehmlich Bach, auf dem Plattenspieler dirigierte. Er rief öfters aus: "Ich bin nicht von gestern." Das war sein Standardsatz. Alle Insassen konsumierten sehr viel Alkohol.
1980 hat der Vater den Hof von der Stadt Volkach gekauft. In der Kirche wurden meine beiden ältesten Kinder noch getauft, das jüngste nicht mehr – es ist 1995 geboren. Ungefähr seit der Zeit ist die Kirche außer Betrieb.